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Zur Tötung Bin Ladens (über die wir uns sehr freuen)

Posted in Uncategorized by monacoverein on Mai 13, 2011

Hat ein weltbekannter Mörder

Massen, Menschen, Mengen – tot

schließlich selbst ins Gras gebissen

regt sich bei dem Unmensch gleich      

ungestüm und leidenschaftlich

– sein Moralgewissen


Reicht die Emotion für zwei

für Nation und Terroristen

da beginnt die Spielerei

schon erprobt an den Faschisten

Was ist gut und was ist böse

wer will hier den Richter spielen

weiß man wirklich so genau

wer auf welcher Seite steht?


Und die Träumerei geht weiter

widmet sich den letzten Stunden

Was wohl hat der Mann gedacht

einsam und verlassen?

Bis er dann die Kugel

die das Völkerrecht durchschlagen

unbewaffnet ruhig empfing.

Himmel welch ein Untergang

darf man hier nochmal erleben.


Zum Gefühl kommt die Vernunft

so ein Drama braucht Respekt

und da darf sich keiner freuen  

oder denken: endlich weg!

Denn das muss der Mensch verstehen

alle Seelen sind so zart

und Osamas Seele mehr noch

drum war er so mega hart.                 

Ein WDR-Moderator empört sich: „Volksfeststimmung in Washington, jubelnde Menschen auf den Straßen, Euphorie in den Nachrichtenstudios: Nein, heute ist kein Heilmittel gegen Aids gefunden worden, keines gegen Krebs und kein Rezept für den Weltfrieden. Die Euphorie galt dem Tod eines 54-jährigen Familienvaters“

Der Bundesausschuss Friedensratschlag, dem zu dem Blutbad in Syrien bis jetzt nichts Relevantes eingefallen ist, verbreitet „zum Tod des angeblichen Al-Qaida-Führers Osama Bin Laden“ eine Pressemitteilung, in der es unter anderem heißt: „Wenn die Tötung eines Menschen, wie groß auch seine Verbrechen sein mögen, von westlichen Politiker/innen mit ,Erleichterung‘ aufgenommen und gefeiert wird, begeben sie sich auf das Niveau derjenigen Terroristen, denen ein Menschenleben nichts wert ist.“

Jörg Schönenborn stellt in den „Tagesthemen“ eine Frage und liefert sogleich eine Antwort: „Was ist das für ein Land, das eine Hinrichtung derart bejubelt? Zivilisierte Nationen haben einst das Völkerrecht geschaffen. Sie verständigten sich darauf, dass Verbrecher vor Gericht gestellt und nicht einfach getötet werden.“

Heribert Prantl leitartikelt in der „Süddeutschen Zeitung“: „Bin Laden hat den Tod von Tausenden Menschen zu verantworten und er hat sich dessen gerühmt. Er ist, er war ein Erzverbrecher. Ist eine Exekution durch ein amerikanisches Militärkommando – so es eine solche war – deshalb eine gerechte Strafe?“

Volker Beck mahnt bei „aller Erleichterung“, die „Regeln des humanitären Völkerrechts“ an, die nicht vergessen werden dürfen. „Gezielte Tötungen im Rahmen eines Krieges sind völkerrechtlich zwar legal. Aber nur, wenn die Getöteten Beteiligte an bewaffneten Auseinandersetzungen waren und es kein milderes Mittel gab.“

Volker Herles, soeben von einer Reise aus Saudi-Arabien, der Heimat der Familie Bin Ladens, zurück und deswegen besonders sachkundig, erklärt im ZDF, mit Osama sei „eine Ikone des Terrors“, eine „Symbolfigur“ getötet worden. Sein Tod habe „atavistische Gefühlsstürme freigesetzt“.

Exbundeskanzler Schmidt, der 1977 ein GSG-9-Kommando nach Mogadischu geschickt hat, um 86 Geiseln an Bord der entführten „Landshut“ zu befreien, sagt bei „Beckmann“, die Aktion der Amerikaner in Pakistan sei „ein Verstoß gegen das Völkerrecht“ gewesen; Peter Scholl-Latour beklagt „eine glatte Verletzung der pakistanischen Souveränität“, die offenbar zu den Werten gehört, die unter Einsatz aller Mittel verteidigt werden müssen – zugleich mit dem Gesetz über den unlauteren Wettbewerb.

Martin Wenning-Morgenthaler, Sprecher der Neuen Richtervereinigung, die als fortschrittliche Alternative zum konservativen Deutschen Richterbund gegründet wurde, stellt im Namen seiner Organisation fest: „Der gewaltsame Tod eines Menschen ist immer ein Unglück. Statt den Tod eines Menschen ohne jegliche Skrupel zu begrüßen und damit die Barbarei auch bei uns einkehren zu lassen, sollten sich unsere Politiker daran erinnern, dass sich eine Zivilisation gerade dadurch auszeichnet, wie sie mit ihren Gegnern umgeht. Hier zeigt sich einmal mehr, dass der respektvolle Umgang mit dem Rechtsstaat in Zeiten des Anti-Terror-Krieges noch nicht einmal mehr ein Lippenbekenntnis ist.“

Allen voran die „Süddeutsche“, die allen Ernstes fragt, ob Osama „im Angesicht des Todes noch Zeit hatte, die Worte ,La ilaha illa allah‘ (Es gibt keinen Gott außer Gott) zu sprechen?“. Denn nur, wenn er das getan hat, könnten seine Anhänger sicher sein, dass er ins Paradies kommt

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