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Flugblatt zur Walser-Lesung

Posted in Texte by monacoverein on März 8, 2012

Gestern, am 7. März 2012, hat das Münchner Literaturhaus eine Lesung mit Martin Walser veranstaltet. Wir haben folgendes Flugblatt verteilt:

Für alle Walser-Fans!

Wem das Geschwafel und Geschreibsel des Familienunternehmens „Martin Walser und Co“ vom Bodensee gefällt, dem wird das kürzlich in der Edition Tiamat erschienene Drama von Carl Wiemer, Der Literaturverweser. Ein Stück über Vernichtungsgewinnler, auf keinen Fall zusagen. Möglicherweise gehen dem Walser-Fan aber beim Lesen die Augen über und er erkennt seine eigene Verkommenheit. Deshalb sei das Buch kurz vorgestellt. Es ist in jeder Buchhandlung bestellbar.

Das Phänomen Walser stellt sich von außen wie folgt dar: An einem lauschigen See ein stattliches Haus. Darin der Großschriftsteller mit Mama und seinen vielen Töchtern. Doch ist das Haus nicht nur trautes Heim, sondern beherbergt oben-drein ein Wirtschaftswunder, einen hochproduktiven kleinen Familienbetrieb. Mit unermüdlichem Fleiß und gesundem Erwerbssinn füllt er die Zeitungsseiten oder ganze Bücher ab und sammelt Literaturpreise wie andere Leute Bierdeckel oder Briefmarken.
Die Frage ist nur: Wer hatte ausfallen müssen, damit die Schriftstellerrolle mit einer Figur wie Walser besetzt werden konnte? Wiemer gelangt zu folgendem Schluss: [….. …….. …. ……. ………….. ….. … …… ….], deren Werke an eine Epoche erinnern, in der auch hierzulande der Betrieb noch nicht über Originalität triumphiert hatte. Seit 1933 wurden nicht nur jüdische Kaufhäuser, Firmen und Banken arisiert, sondern auch Verlage und Bühnen. Daher finden sich die Vernichtungsgewinnler heute unter den Kadern der Kulturträger. [……. ……… …. ……… ….. ….. … ….. … …… ….. … …] verbreiten wider Willen eine Ahnung von diesem Zusammenhang.

Warum die vielen Auslassungen? Nun, die Antwort ist ganz einfach. Walser mag nicht, wenn man ihn kritisiert. Der Verlag informiert:

Martin Walser hat im Auftrag des Rowohlt-Verlags über eine Abmahnung in Höhe von 20000.- Euro die Herausnahme zweier Textstellen bewirkt. Selbstverständlich ist der Verleger für diese Summe bereit, das genaue Gegenteil zu behaupten. Und er beweist dies mit einem Artikel, den er bereits 2005 veröffentlicht hat, in dem er Martin Walser für etwas in Schutz nimmt, das u.a. Frank Schirrmacher, Ruth Klüger, MRR, Ignatz Bubis und der Spiegel behauptet haben.

Der Artikel sei auf den folgenden Seiten dokumentiert.

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