gruppe monaco /// verein freier menschen (ao)

Raumänderung

Posted in Uncategorized by monacoverein on Juni 10, 2011

Besucher bisheriger Monaco-Veranstaltungen haben es vermutlich schon erwartet: Da der Bayerische Flüchtlingsrat uns jetzt doch den Raum für unsere Buchvorstellung Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft abgesagt hat, haben wir einen neuen Veranstaltungsort ausfindig gemacht. Damit alle den Raum finden – vor allem auch diejenigen, die diese Mitteilung nicht lesen – treffen wir uns am Freitag, den 17. Juni, pünktlich um 19:30 Uhr vor dem Bayerischen Flüchtlingsrat (Augsburgerstraße 13; Nähe Sendlinger Tor) und fahren dann gemeinsam zum unweit gelegenen neuen Ort der Veranstaltung.

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Zur Tötung Bin Ladens (über die wir uns sehr freuen)

Posted in Uncategorized by monacoverein on Mai 13, 2011

Hat ein weltbekannter Mörder

Massen, Menschen, Mengen – tot

schließlich selbst ins Gras gebissen

regt sich bei dem Unmensch gleich      

ungestüm und leidenschaftlich

– sein Moralgewissen


Reicht die Emotion für zwei

für Nation und Terroristen

da beginnt die Spielerei

schon erprobt an den Faschisten

Was ist gut und was ist böse

wer will hier den Richter spielen

weiß man wirklich so genau

wer auf welcher Seite steht?


Und die Träumerei geht weiter

widmet sich den letzten Stunden

Was wohl hat der Mann gedacht

einsam und verlassen?

Bis er dann die Kugel

die das Völkerrecht durchschlagen

unbewaffnet ruhig empfing.

Himmel welch ein Untergang

darf man hier nochmal erleben.


Zum Gefühl kommt die Vernunft

so ein Drama braucht Respekt

und da darf sich keiner freuen  

oder denken: endlich weg!

Denn das muss der Mensch verstehen

alle Seelen sind so zart

und Osamas Seele mehr noch

drum war er so mega hart.                 

Ein WDR-Moderator empört sich: „Volksfeststimmung in Washington, jubelnde Menschen auf den Straßen, Euphorie in den Nachrichtenstudios: Nein, heute ist kein Heilmittel gegen Aids gefunden worden, keines gegen Krebs und kein Rezept für den Weltfrieden. Die Euphorie galt dem Tod eines 54-jährigen Familienvaters“

Der Bundesausschuss Friedensratschlag, dem zu dem Blutbad in Syrien bis jetzt nichts Relevantes eingefallen ist, verbreitet „zum Tod des angeblichen Al-Qaida-Führers Osama Bin Laden“ eine Pressemitteilung, in der es unter anderem heißt: „Wenn die Tötung eines Menschen, wie groß auch seine Verbrechen sein mögen, von westlichen Politiker/innen mit ,Erleichterung‘ aufgenommen und gefeiert wird, begeben sie sich auf das Niveau derjenigen Terroristen, denen ein Menschenleben nichts wert ist.“

Jörg Schönenborn stellt in den „Tagesthemen“ eine Frage und liefert sogleich eine Antwort: „Was ist das für ein Land, das eine Hinrichtung derart bejubelt? Zivilisierte Nationen haben einst das Völkerrecht geschaffen. Sie verständigten sich darauf, dass Verbrecher vor Gericht gestellt und nicht einfach getötet werden.“

Heribert Prantl leitartikelt in der „Süddeutschen Zeitung“: „Bin Laden hat den Tod von Tausenden Menschen zu verantworten und er hat sich dessen gerühmt. Er ist, er war ein Erzverbrecher. Ist eine Exekution durch ein amerikanisches Militärkommando – so es eine solche war – deshalb eine gerechte Strafe?“

Volker Beck mahnt bei „aller Erleichterung“, die „Regeln des humanitären Völkerrechts“ an, die nicht vergessen werden dürfen. „Gezielte Tötungen im Rahmen eines Krieges sind völkerrechtlich zwar legal. Aber nur, wenn die Getöteten Beteiligte an bewaffneten Auseinandersetzungen waren und es kein milderes Mittel gab.“

Volker Herles, soeben von einer Reise aus Saudi-Arabien, der Heimat der Familie Bin Ladens, zurück und deswegen besonders sachkundig, erklärt im ZDF, mit Osama sei „eine Ikone des Terrors“, eine „Symbolfigur“ getötet worden. Sein Tod habe „atavistische Gefühlsstürme freigesetzt“.

Exbundeskanzler Schmidt, der 1977 ein GSG-9-Kommando nach Mogadischu geschickt hat, um 86 Geiseln an Bord der entführten „Landshut“ zu befreien, sagt bei „Beckmann“, die Aktion der Amerikaner in Pakistan sei „ein Verstoß gegen das Völkerrecht“ gewesen; Peter Scholl-Latour beklagt „eine glatte Verletzung der pakistanischen Souveränität“, die offenbar zu den Werten gehört, die unter Einsatz aller Mittel verteidigt werden müssen – zugleich mit dem Gesetz über den unlauteren Wettbewerb.

Martin Wenning-Morgenthaler, Sprecher der Neuen Richtervereinigung, die als fortschrittliche Alternative zum konservativen Deutschen Richterbund gegründet wurde, stellt im Namen seiner Organisation fest: „Der gewaltsame Tod eines Menschen ist immer ein Unglück. Statt den Tod eines Menschen ohne jegliche Skrupel zu begrüßen und damit die Barbarei auch bei uns einkehren zu lassen, sollten sich unsere Politiker daran erinnern, dass sich eine Zivilisation gerade dadurch auszeichnet, wie sie mit ihren Gegnern umgeht. Hier zeigt sich einmal mehr, dass der respektvolle Umgang mit dem Rechtsstaat in Zeiten des Anti-Terror-Krieges noch nicht einmal mehr ein Lippenbekenntnis ist.“

Allen voran die „Süddeutsche“, die allen Ernstes fragt, ob Osama „im Angesicht des Todes noch Zeit hatte, die Worte ,La ilaha illa allah‘ (Es gibt keinen Gott außer Gott) zu sprechen?“. Denn nur, wenn er das getan hat, könnten seine Anhänger sicher sein, dass er ins Paradies kommt

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Mitschnitt des Vortrags von Uli Krug

Posted in Uncategorized by monacoverein on Februar 3, 2011

Hier kann man nun den Mitschnitt des Vortrags „Uff de‘ schwäb’sche Eisebahne…“ Der Protest gegen Stuttgart 21 als Spielwiese der Gegensouveränität von Uli Krug runterladen:

http://www.mediafire.com/?rk4cmkk4kgk6b6s

 

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Zum Kinostart von „Tal der Wölfe: Palästina“ in Deutschland

Posted in Uncategorized by monacoverein on Januar 28, 2011

Nachdem die FSK den Film „Tal der Wölfe: Palästina“ zunächst aufgrund des offensichtlich antisemitischen Charakters nicht frei gegeben hatte, hat man sich nun umentschieden: Ab heute ist der Film in deutschen Kinos zu sehen. In München hat es sich das Mathäser nicht nehmen lassen, diesen astreinen Nazidreck zu zeigen. Wir rufen dazu auf, gegen die Ausstrahlung des Films zu protestieren. Telefonisch oder per mail geht das am besten bei:

Mathäser-Kino: (089) 515651 | kontakt@cine-art.de

Oberbürgermeister Christian Ude: (089) 233 9 25 27 | http://direktzu.muenchen.de/ude

 

Im Folgenden dokumentieren wir ein passendes Flugblatt der Georg-Weerth-Gesellschaft aus Köln, das hier auch in türkischer Sprache zu finden ist:


Das Tal der Türken, oder:
Ne mutsuz türkum diyene (1)

Der unverwechselbare, individuelle Mensch stirbt aus, wenn es ihn je wirklich gegeben hat. Jeder und jede ist insofern austauschbar, als dass seine Lohnarbeit – sofern er noch eine hat – und seine sozialen Funktionen jederzeit vom Nächstbesten übernommen werden könnten. Die Einzelnen leben unter dem Eindruck einer prinzipiellen Überflüssigkeit und Abhängigkeit vom unberechenbaren Gott dieser Welt, dem Kapital, und seinem herrschsüchtigen Propheten, dem Staat. Die Menschen verbeugen sich – unabhängig von ihrem jeweiligen Glauben – regelmäßig vor den Geldautomaten, der wahren Qibla (2), und kämpfen in einem Heiligen Krieg aller gegen alle, in einem trostlosen Wettbewerb um Arbeitsplätze, Ausbildungsstellen, Beförderungen usw. Da sie wissen, dass sie in diesem Kampf allein nicht auf Dauer bestehen können, rotten sie sich, meistens ihren jeweiligen Traditionen folgend, zu Familien, Klans, Stämmen, Nationen, Religionsgemeinschaften zusammen, zu irgendeiner Art von „Wir“, das sie vor der Erfahrung der Ohnmacht schützen soll.

Doch der Preis für dieses schützende „Wir“ kann sehr hoch sein: Es lässt sich zunehmend beobachten, dass so manches „Wir“ – hier sei vor allem die islamische Identität genannt – die totale Unterwerfung des „Ich“ verlangt, und es gibt nicht wenige „Ichs“, denen es zur Lust geworden ist, sich selbst durchzustreichen und die sogar in der Unterwerfung (arab. islām), von (Selbst-)zerstörungswut angetrieben, mehr oder weniger bewusst den erlösenden Tod suchen, nach dem sie sich sehnen. Die Gemeinschaft, von der man sich Anerkennung und Respekt erhofft, verlangt dafür Anpassung und Gehorsam. Die Ehre, die man für sein Rückgrat hält, erniedrigt und verkrüppelt einen erst recht, weil man dafür als Individuum die Würde opfert.

Unter den zahlreichen Zusammenrottungen von Einsamen ist jene mit der Selbstbezeichnung „Türke“ eines der erbärmlichsten, bedauernswertesten, aber deshalb nicht weniger gefährlichen Identitätsangebote – dies gilt insbesondere bei Menschen, die sich in Deutschland aufhalten. Sich als „Türke“ zu definieren bedeutet aktuell unglücklich, unmündig und auch noch stolz darauf zu sein und zumindest seit der Gründung der Türkischen Republik 1923 schließt es immer auch die Feindschaft gegen „ausländische Mächte“ (mal Griechenland, mal Russland, mal der ganze Westen), „innere Feinde“ (wie Aziz Nesin, Hrant Dink, oder die Ergenekon-Verschwörer) und seit Erdoğans Machtantritt zunehmend „Ungläubige“, das heißt Christen und Juden, ein.

Der Film „Tal der Wölfe: Palästina“, der ab heute gezeigt wird, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, stellt einen konsequenten Tiefpunkt dieses türkischen Elends dar. Der Besuch des Kinos durch zahlreiche junge Menschen mit „Migrationshintergrund“, die die Heimat ihrer Vorfahren mit einem Fußballverein verwechseln, dem man begeistert durch dick und dünn, durch dumm und dümmer zu folgen hat, fügt dieses Kinoereignis perfekt ins deutsche Elend ein. Denn der extreme Antisemitismus des Films, der auf einen Aufruf zur „Rache an den Zionisten“, also zum Judenmord, hinausläuft, wäre so niemals in einem deutschen Film möglich gewesen. Die „Türken“ aber sind für die Verantwortlichen eine minderwertige Kundschaft, die nur eine jämmerliche Intervention der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (nun FSK ab 18), aber nicht die Anwendung des Volksverhetzungsparagraphen wert gewesen ist. Und nicht wenige Deutsche freuen sich, dass andere hinausbrüllen, was man hierzulande heute immer nur andeutet: „Die Juden sind unser Unglück.“ In deutschen Betrieben sind die „Türken“ traditionell fürs Grobe zuständig, warum sollen sie also nicht auch in der öffentlichen Debatte die Drecksarbeit übernehmen? So erklärt sich, dass z.B. Claudia Roth den Vorgängerfilm „Tal der Wölfe: Irak“ zwar „richtig schlecht“, aber nicht volksverhetzend fand. Wer also als „Türke“ den neuen Film feiert, bei jeder Mordszene aufspringt und Allahü ekber schreit, wie damals in vielen deutschen Kinos geschehen, spielt genau die Pitbull-Rolle, die ihm islamische Hetzer und antirassistische Israelkritiker zugedacht haben.

„Tal der Wölfe“ bringt die Propaganda für die angestrebte Politik des Ministerpräsidenten Erdoğan und seines Außenministers Davutoğlu auf das Niveau der türkischen Untertanen. In den Racheorgien des Filmhelden Polat Alemdar durchläuft die Republik Atatürks ihre letzte Verwandlung, bevor sie zu einem islamischen Gefängnis wird. Wie der Nachbar Iran, mit dem sich die neue Türkei prächtig versteht, wird man keine andere Krisenlösung mehr kennen als die Hetze gegen den Westen und vor allem gegen die „zionistischen Agenten“ des Staates der Juden, Israel. Während die Massen durch inszenierte antiisraelische Sensationen wie die Mavi Marmara in Stimmung gebracht werden, verschwinden in Ankara und anderswo die letzten kemalistischen Widerstände, die Armeeführung wird ausgetauscht und die Staatsanwaltschaften werden mit Erdoğans Freunden besetzt.

Der Hass auf die Juden und ihren Staat ist nicht nur ein Manipulationsmittel, um den ewigen Konflikt mit Kurden und Aleviten durch die Verlagerung auf einen gemeinsamen Feind ruhigzustellen. Und es geht auch um mehr als Erdoğans Ehrgeiz, sich in der Region als neo-osmanischer Beschützer der Muslime (Şeyh-ül İslam) anzubieten und eine „gelenkte Demokratie“ zu etablieren: Der Antisemitismus alla turca ist ein wahnhafter, von den unmündigen Massen getragener Drang zu Verfolgung und Vernichtung. Er war, wie die Armenier-Massaker beweisen, als Impuls schon im alten Kemalismus enthalten und macht sich sowohl bei Linken als auch bei Rechten, Islamisten und Nationalisten in Gestalt absurder Verschwörungstheorien sowie peinlicher, todessehnsüchtiger und stets racheheischender Märtyrerverehrung bemerkbar. Alle Strömungen der Türkei scheinen, dem Gesetz der Schwerkraft folgend, tatsächlich in einem tiefen ideologischen Tal zusammenzulaufen, in dem die barbarischen Wölfe heulen. Und die in Deutschland mitheulenden und -jaulenden Narren, die, anstatt sich einen anständigen amerikanischen Film oder einen Klassiker von Kemal Sunal anzusehen, aus einem Kinosaal eine miefige Wolfsschanze machen, drücken ihren Wunsch aus, sich unter der Führung des nächstbesten Alpharüden zu einer unmenschlichen Meute zusammenzurotten.

Der Grund für diese Intervention ist die Solidarität mit Israel, mit dem einen Staat also, der gegründet wurde, um die Verfolgung und Vernichtung der Juden praktisch – und das kann angesichts der Lage nur heißen: bewaffnet – zu verhindern. Es ist notwendig, die Feinde Israels, ob sie in Gestalt offen antisemitischer Wolfsrudel oder im Namen der „kritischen Freundschaft“ auftreten, als die Totengräber jeder Hoffnung auf Glück in einer menschenwürdigen Gesellschaft, auf „Verschiedenheit ohne Angst“, zu entlarven und sich ihnen in den Weg zu stellen.

Lang lebe Israel! İsrail bin yaşasın!

Anmerkungen:
(1) Wie unglücklich ist, wer sagt: Ich bin Türke
(2) islam. Gebetsrichtung nach Mekka

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Nachtrag zu Michael Wüst/Kultfabrik

Posted in Uncategorized by monacoverein on Dezember 16, 2010

Michael Wüst, seines Zeichens Kolumnist des Magazins der Münchner Kultfabrik, reagiert in der Dezemberausgabe auf unseren Offenen Brief. Offenbar hat die Kultfabrik unseren Rat, Wüst einen Maulkorb zu verpassen, nicht befolgt und lässt ihn weiter seine Wahnvorstellungen absondern. Dieses Mal heißt es, in unsere Richtung:

Korrektheitswächter unterstellten jüngst dieser Kolumne Antisemitismus. In der Oktoberkolumne war von der Vision einer EU-Endeinigung die Rede. Eine satirische Anmerkung in Richtung Euro-Inflation. Da wurde unterstellt, natürlich in einem Blog, der Autor wolle eine Verbindung zur deutschen Endlösung herstellen. Kann man was davon haben, was die Blogwärterin da geraucht hatte? Was ist denn bitte gemeint mit „Deutsche Endlösung“? Darf man korrigieren, ohne gleich mit „Faschist“ angeschrien zu werden? Der Begriff, den sie in ihrem Nebel wohl gesucht hat, heißt „Endlösung der Judenfrage“. Ich hoffe, man unterstellt jetzt nicht, mit der Nennung des historischen Begriffs, sei eine Leugnung des Holocausts angedeutet.

Zur Erinnerung: Das Thema von Wüsts Kolumne war nicht die Euro-Inflation, sondern die Sarrazin-Debatte. Dabei kam er scheinbar en passant auf Michel Friedman zu sprechen, den er, angereichert mit zahlreichen antisemitischen Stereotypen, beschimpfte. Wüst heulte sich darüber aus, dass man heute gar nicht mehr Nationalist sein dürfe, ohne als rechtsextrem bezeichnet zu werden. Mit anderen Worten: Wüst schreibt immer denselben Mist. Wenn er nun behauptet, man habe ihn als „Faschist“ bezeichnet, so ist auch das nur eine weitere Lüge, die sich der Herr Redakteur in seinem wirren Kopf zusammengesponnen hat. Michael Wüst, der F.J. Wagner der Haidhausener Discoszene, ist, und das macht ihn so gefährlich, eine verfolgende Unschuld, die sich immerzu als Opfer wähnt und deshalb umso hemmungsloser nach der Ausmerzung der „Korrektheitswächter“ verlangt.

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Raum gesucht!

Posted in Uncategorized by monacoverein on Oktober 7, 2010

Wir sind auf der Suche nach einem geeigneten Raum für gesellschaftskritische Diskussionsveranstaltungen. Bieten können wir im Austausch nicht nur schlaue Vorträge, sondern auch eine trinkfeste Kundschaft. Wer eine Idee hat oder selbst über Räumlichkeiten verfügt, möge sich gerne bei uns melden: gruppemonaco@googlemail.com

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Der Sarrazin-Komplex

Posted in Termine, Uncategorized by monacoverein on September 16, 2010

Warum Sarrazins Kritiker im Unrecht und seine Thesen trotzdem verkehrt sind

ACHTUNG: Neuer Veranstaltungsort!

„Volksheld Sarrazin“, titelt der Spiegel. Und schiebt hinterher: „Warum so viele Deutsche einem Provokateur verfallen.“ Die Sprache verrät, was in den Köpfen der deutschen Journaille vor sich geht. Die Verachtung für die Massen, die scheinbar immer nur irgendwelchen Volkstribunen hinterherlaufen und ihnen dann, wenn nicht ein kluger Kopf aus dem Hause Augstein sie auf den rechten Pfad führt, „verfallen“, beruht auf der Voraussetzung, dass es den faschistischen Mob, den die Nazis erfolgreich mobilisierten, nach wie vor gibt. Das Misstrauen der intellektuellen Elite rührt daher, dass sie ihre eigene Aufrichtigkeit nur im Gegensatz zum angeblich furchtbar rassistischen und im Kern immer schon zum Pogrom bereiten „kleinen Mann auf der Straße“ konstruieren können. So agieren sie als ständige Mahner und Warner und verdrängen doch, dass es immer schon gerade Intellektuelle waren, die die Barbarisierung der Gesellschaft vorangetrieben haben. Der Fall Sarrazin zeigt, dass die Homogenität der Meinungen, die zur Schau gestellte Einmütigkeit „aller Demokraten“, eine Farce ist. Denn die so genannten Meinungsmacher vermögen, wenn man die breite Zustimmung zu Sarrazins Thesen abseits der politischen und intellektuellen Öffentlichkeit betrachtet, die Einzelnen kaum noch zu überzeugen. Zu sehr sind in den letzten Jahren die unmittelbare Erfahrung – etwa dass es nicht nur große Integrationsprobleme, sondern auch eine durchaus bedrohliche Islamisierung in Deutschland gibt – und die ideologischen Rationalisierungen der linken Elite auseinander getreten.

Gäbe es den Thilo Sarrazin nicht, die politische Klasse mitsamt ihrem linken bis linksextremen Anhang müsste ihn erfinden, nur um ihn danach umso heftiger vom Sockel zu stoßen. An ihm kann sie wieder einmal demonstrieren, dass sie und nur sie für das Wahre, Gute und Schöne eintrete. In der derzeitigen Mobilisierung des militanten Arms der Zivilgesellschaft, der selbst ernannten „Antifa“ nämlich, gegen die Veranstaltung mit Thilo Sarrazin im Münchner Literaturhaus drückt sich zweierlei aus: Der autoritäre und im Ernstfall auch gewalttätige Versuch, Personen, die nicht das sagen, was man von ihnen erwartet, das Rederecht zu entziehen, sowie die Unfähigkeit, sich mit der kritisierten Position argumentativ auseinanderzusetzen. Dies räumt die Antifa sogar freimütig ein: „Mit Rassisten gibt es nichts zu diskutieren.“ (http://www.antifa-nt.de/) Aber sie ist nicht einmal in der Lage darzulegen, warum Sarrazin ein solcher sein soll, denn die „besseren Argumente“, die sie angeblich vorgebracht haben will, sind gar keine, sondern nur reflexhafte Aneinanderreihungen von Denunziationen, die zu allem Überdruss noch in bestem „Dummdeutsch“ (Henscheid) verfasst sind. Von „Enttäuschung“ über die Veranstalter ist da die Rede, weil diese partout nicht den dreisten (und darüber hinaus hirnrissigen) Erpressungsversuchen der Antifa nachgeben wollen.

Dass die Antifa mit ihrer Kampagne gegen Thilo Sarrazin meilenweit vorbeischießt, zeigt die Tatsache, dass sie ihm genau dort Rassismus unterstellt, wo er schlicht Tatsachen benennt: Rassistisch sei es, wenn Sarrazin von „weniger intelligenten und integrationsunwilligen Muslim_innen“ spreche, dabei weiß inzwischen jedes Kind, dass eine große Zahl von Moslems in Deutschland sich weder nach einem gedeihlichen Zusammenleben mit den „Ungläubigen“ sehnt noch besonderen Wert auf die verwestlichte, ergo: blasphemische Bildung legt. Diese Tatsache hat nichts mit Genen zu tun, was sogar Sarrazin zu ahnen scheint, wenn er die Behauptung, eine „vererbbare Intelligenz“ sei ganz entscheidend für den Bildungserfolg, immer wieder durch den Hinweis auf die gesellschaftlich produzierte Dummheit ganzer Generationen abzustützen sucht. Dass aber die Bezeichnungen „Kopftuchmädchen“ und „Importbraut“ nicht, wie die Antifa meint, eine „Abwertung muslimischer Frauen“ von Seiten Sarrazins darstellen, sondern die real existierende, von der community und den Familien verbrochene Abwertung von Frauen zu patriarchalem Eigentum auf den Begriff bringt, wollen Freunde des Respekts vor anderen Kulturen nicht verstehen. Auch über die These, es gebe ein „jüdisches Gen“, zeigt man sich nicht minder empört als Sigmar Gabriel, Ranga Yogeshwar und Co. Es gibt seit Jahrzehnten immer wieder Forschungsergebnisse renommierter Genetiker, die tatsächlich nahe legen, dass ein größerer Prozentsatz von aschkenasischen Juden relativ zu anderen Gruppen gesehen erhebliche genetische Ähnlichkeiten aufweist, aber das gilt Alarmisten, die bei jeder falschen Gelegenheit „Wehret den Anfängen!“ rufen, als Skandal. Dabei wäre doch die entscheidende Frage, was man mit den Erkenntnissen der Wissenschaftler begründen zu können glaubt. Sarrazin hat, auch wenn die Linke das gerne hätte, zwar fälschlich gesagt, es gebe ein Juden-Gen, aber nicht, dass aus diesem automatisch ein besonderer jüdischer Charakter folge. Von daher hat die skandalumwitterte Aussage weder etwas mit Antisemitismus noch mit Rassismus zu tun.

Kurz und gut: Wäre Sarrazin der, für den die politische Klasse, die Medien, Münchner Antifas und auch viele seiner islamkritischen Verteidiger (Broder, Kelek, Giordano und andere) ihn halten, ein Kritiker der islamischen Zustände also, man müsste sofort Partei für ihn ergreifen. Allein, es ist nicht so. Denn Sarrazins Thesen richten sich nicht gegen jene Zustände, sondern gegen die Unproduktiven, deren objektive ökonomische Überflüssigkeit er als individuelle Inkarnation des kapitalistischen Verwertungsimperativs schonungslos ausspricht. Dass das gesellschaftliche und weltanschauliche System Islam durch seine Geschlechterapartheid und seine menschenfeindliche Unterdrückung des Intellekts diese Unproduktivität in besonderem Maße fördert, weshalb der Anteil der Moslems am Heer der Überflüssigen deutlich überproportional ist, wollen nur wenige wahrhaben. Anstatt diesen Zustand zu denunzieren, verlegt sich auch Sarrazin darauf, ihn zu ontologisieren, indem er behauptet, die Moslems seien kollektiv und irreversibel unnütz. Sarrazin plaudert damit die Logik der Spiegel lesenden, mittelständischen Eltern autonomer Münchner Antirassisten aus, die penibel darauf achten, dass ihre Sprösslinge bloß keine Problemschulen mit hohem Ausländeranteil besuchen, damit sie auch ja nicht den „Unproduktiven“ zugeschlagen werden. Die Viertel, in denen sie leben, sind hier – anders als in Berlin oder Köln – sowieso weitgehend ausländerfrei, „Kopftuchmädchen“ kennt man hier nur aus dem Fernsehen. Die vom Islam Unterdrückten werden auf- und den communitys preisgegeben. Indem die Politiker und ihre Lautsprecher sich alle „islamophoben“ Äußerungen verbitten, zementieren sie die gesellschaftliche Segregation und fördern die Islamisierung.

Das Schicksal von Türken oder Arabern, die man gelernt hat, „Muslim_innen“ zu nennen, als ob der Genderquatsch auch nur irgendeinen türkischen Schwulen oder ein arabisches Mädel vor dem Zugriff ihrer Väter, Brüder und Ehemänner schützen würde, ist den linken Gegnern Sarrazins vollkommen egal. Die simple Tatsache, dass sich im Kapitalismus der Wert des Menschen über den Tauschwert der Ware Arbeitskraft definiert, von Ideologen wie Sarrazin treffend, wenn auch affirmativ als „Produktivität“ bezeichnet, erscheint ihnen vor allem deswegen als Zumutung, weil sie selbst nichts leisten außer in öden Uniseminaren cultural und gender studies zu pauken, die sie rationalisierend als kritische Theorie ausgeben. Dass es nicht wenige Türken und Araber gibt, die sich nicht nur gerne bilden (und darunter mehr als die Erlernung pseudorevolutionären Jargons verstehen), sondern sogar mehrwertproduktiv arbeiten würden, denen aber die Möglichkeiten dazu ständig von einer barbarischen Kultur und deren Protagonisten verbaut werden, mag man in „lohnarbeitskritischen“ Kreisen nicht gerne denken. Man will und kann nicht begreifen, dass gerade im Spätkapitalismus die Lohnarbeit einen emanzipatorischen Charakter annehmen kann, insofern sie dem Einzelnen die Möglichkeit verschafft, sein Leben jenseits von patriarchaler und staatlicher Bevormundung zu leben. Dass ein Arbeitsplatz, an dem man zur Akkumulation von Mehrwert beitragen kann, eben nicht nur Ausbeutung und Herrschaft bedeutet, sondern den Einzelnen im besten Falle zugleich befähigt, sich selbst als eigenverantwortliches und gesellschaftliches Subjekt wahrzunehmen anstatt als Funktionsträger einer türkischen oder sonst wie islamischen Gemeinschaftsidentität, wäre der kritische Kern, den man gegen Sarrazin aus dessen Thesen herausschälen müsste. Zu diesem Zwecke laden wir alle, die von Erklärungen genug haben, in denen im schlimmsten Politikersprech einer Claudia Roth von „Empörung“ die Rede ist, am 30.09. 2010 zum Vortrag von Justus Wertmüller (Redaktion Bahamas) ein.

Vortrag und Diskussion mit Justus Wertmüller (Berlin)

Donnerstag, den 30. September 2010, 19:30 Uhr

im „Laab“, Senftlstraße 9, München-Haidhausen

(S-Bahnhof Rosenheimer Platz; 5 Minuten Fußweg oder eine Station mit der Tram 15 oder 25 Richtung Grünwald)

Veranstalter: Gruppe Monaco/Verein freier Menschen (AO)

https://monacoverein.wordpress.com | gruppemonaco@googlemail.com

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mitschnitt der veranstaltung mit justus wertmüller

Posted in Uncategorized by monacoverein on Juli 21, 2010

Unter folgender Adresse kann ein Mitschnitt der – übrigens überaus gut besuchten – Veranstaltung mit Justus Wertmüller am 15. Juli heruntergeladen werden:

http://www.mediafire.com/?dpav9ar5ocdaedv#1

In Kürze werden wir uns auch zu den massiven Störversuchen im Vorfeld der Veranstaltung äußern.

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neustart

Posted in Uncategorized by monacoverein on April 29, 2010

Die gruppe monaco /// verein freier menschen (ao) ist ein Zusammenschluss, der  im Rahmen seiner Möglichkeiten  zur Konstruktion eines kollektiven Kritikers beitragen möchte. Das Ziel der Gruppe ist demnach ihr Überflüssigwerden.

Der nicht-ehrenamtliche Verein sucht Mitstreiter: gruppemonaco@googlemail.com

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